Vielfalt Rodel-Rennsport

Drei Welten: Naturbahnrodeln, Sportrodeln und Kunstbahnrodeln

Wenn es um Wettkämpfe geht, dann trennt sich die Rodelwelt in drei spezielle und in sich ganz unterschiedliche Sportarten (Naturbahnrodeln, Sportrodeln und Kunstbahnrodeln), mit zwei verschiedenen Ausrichtungen: Naturbahn und Kunstbahn.

Ein großer Unterschied zwischen den drei Spezial-Disziplinen ist die Tatsache, dass lediglich das Kunstbahnrodeln als Olympische Disziplin (neben Bob und Skeleton) anerkannt ist. Sehr zum Leidwesen der vielen Athleten und Athletinnen, die sich in Südtirol und darüber hinaus mit viel Engagement, Eifer und Energie dem Rodelsport auf Naturbahn widmen. 

Evelin Lanthaler

Testimonial des Vereins "Sicher Rodeln - Slittino Sicuro"

Sie ist im Naturbahnrodelsport der letzten Jahre das Maß aller Dinge: 

5x Weltmeisterin, 9x Weltcup-Siegerin und 9x Europameisterin.

 

Evelin lebt in St. Martin in Passeier, wenn sie nicht – wie zur letzter Rennsaison 2024/2025 – auf allen möglichen Naturrodelbahnen unterwegs war. Nun hat sie den Rennsport an den Nagel gehängt, bleibt aber trotzdem dem Rodeln eng verbunden und tritt für den Verein „Sicher Rodeln – Slittino Sicuro“ als Testimonial auf. 

 

Nach ihrer aktiven Rennkarriere ist Evelin nun als Trainerin an der Sportoberschule in Mals tätig, wo sie übrigens selbst studiert und den Abschluss gemacht hat.

 

„Das Rodeln habe ich seit meiner Kindheit im Blut. Nun gebe ich meine Erfahrung als Trainerin an die nächste Rodelgeneration weiter“

Naturbahnrodeln - in Zukunft
"Alpin Rodeln"

Laut Wikipedia:
Naturbahnrodeln– vom Internationalen Rennrodelverband FIL Rennrodeln auf Naturbahn genannt – ist die ursprünglichste Sportart des Rodelns und Variante des Rennrodelns, die sich zunächst parallel mit dem Rennrodeln auf Kunstbahn entwickelte und ab den 1960er Jahren eine eigene Disziplin wurde. 
…weiters findet man in Wikipedia unter der Rubrik Rennrodeln:
Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Schlittenrennen überwiegend auf verschneiten Waldwegen mit ein bis zwei Meter hohen Schneewänden in den Kurven gefahren. Ab 1910 begann man Rodelbahnen anzulegen und die überhöhten Kurven zu vereisen, wodurch die ersten Kunstbahnen entstanden. Nach der Olympiapremiere des Rennrodelns auf Kunsteisbahnen im Jahr 1964 trennte sich schließlich die Entwicklung von Kunst- und Naturbahnrodeln. 1966 gründete sich innerhalb des Internationalen Rennrodelverbandes (FIL) eine eigene Naturbahnkommission, die sich ausschließlich um diese Sportart kümmerte. Im Jahr 1970 fand im österreichischen Kapfenberg die erste Europameisterschaft und 1979 in Inzing (AUT) die erste Weltmeisterschaft im Naturbahnrodeln statt. Seit den 1970er Jahren versucht die FIL, Naturbahnrodeln als olympische Disziplin anerkennen zu lassen. Bisher wurden jedoch alle Anträge abgelehnt.
Naturbahnen werden zum Teil auf bestehenden Wegen, aber auch auf eigens dafür geschaffenen Flächen errichtet und müssen dem gegebenen Gelände natürlich angepasst sein. Sie werden mit hölzernen Banden, Plastik-Wänden oder Schaumstoffmatten abgegrenzt und nur mit Schnee und Wasser (Eis) präpariert. Die Bahnen müssen eine Mindestbreite von 3 m besitzen und die Kurven einen Mindestradius von sieben Metern aufweisen. Sie dürfen, im Gegensatz zu den Kunstbahnen, nicht überhöht werden. Die üblichen Längen dieser Naturbahnen liegen zwischen 400 und 1200 m, sie dürfen ein durchschnittliches Gefälle von 13 % und ein Maximalgefälle von 25 % nicht überschreiten.

Sportrodeln

Sportrodeln

Die eigene Internetseite sportrodeln.it beschreibt diese Disziplin wie folgt:
„Der Sportrodel entwickelte sich zu einem sehr ausgereiften und technisch hochstehenden Sportgerät. Die Zeiten, wo der Sportrodler das Image eines totalen Hobbysportlers pflegte, der Anfang Winter eine Rodel vom Dachboden holt und durch den Wald fährt, sind gänzlich vorüber.
Waren es früher verschneite Forststraßen und Wanderwege, auf denen die Rennen ausgetragen wurden, so werden die Rodelbahnen heute genauso vereist wie für das Naturbahn-Rennrodeln. Daher ist ausgezeichnete Fitness und Kondition der Sportler genauso nötig wie das regelmäßige harte Training auf diesen Bahnen, um im Winter ihre Fähigkeiten und ihr Können unter Beweis stellen zu können.
Und ähnlich der Rennrodler legen auch die Sportrodler ein besonderes Augenmerk auf ihr Sportgerät: auf die Auswahl der Schienen und des Wachses und ebenso auf die Einstellung der Rodel (jede minimale Änderung hat Auswirkung auf das Fahrverhalten und bleibt bei Spitzenfahrern meist ein gut gehütetes Geheimnis!). Weiters verwendet der Sportrodler genauso Spikeschuhe und sonstige Ausrüstungen, die auch die Rennrodler benützen, was dem Sportrodeln zum Status einer ernstzunehmenden Sportart verhilft.“

Kunstbahnrodeln

Rodeln, Bob und Skeleton im Eiskanal

Für den Rennsport im Eiskanal entwickelten sich Rodeln für Skeleton, der Bob (für zwei oder vier Athleten) sowie die Rennrodel (Ein- oder Zweisitzer). Skeleton und Bob können auch von Amateuren in einigen wenigen Wintersportorten ausprobiert werden.

Rennrodeln auf Kunstbahn wird in Wikipedia wie folgt erklärt:
Beim Rennrodeln auf Kunstbahn – auch Kunstbahnrodeln genannt – wird mittlerweile fast nur noch auf einer Kunsteisbahn (Eiskanal mit künstlicher Kühlung und erhöhten Kurven) gerodelt, wobei der Fahrer auf dem Rücken liegt. Gelenkt wird durch Beindruck, Verlagerung des Oberkörpers und durch Ziehen der Griffe mit den Händen. Die ideale Fahrweise ist dabei, sich so flach wie möglich auf dem Rodel zu halten. Das Beschleunigen beim Start erfolgt durch beidhändigen Zug und Abstoß von den Bügeln, sog. Startabzug und anschließend durch kurze Schläge mit den Händen auf das Eis, sog. Paddelschläge.

 

Für das Skeleton ist bezeichnend, dass der Sportler mit dem Kopf voraus und Bauch nach unten auf der Skeletonrodel liegt.
Der Bobsport bedient sich eigens erbauter Schlitten für zwei oder vier Fahrer. Dabei gibt es immer einen Fahrer und einen Bremser.
Kunstbahnrodeln im Einzel oder Doppel unterscheiden sich von „normalen“ Rodeln hauptsächlich dadurch, dass es nur eine Liegeposition gibt und das Kurven durch leichteste Verlagerung des Körpergewichtes und der Beinposition erzielt wird.

 

Hier sei übrigens erwähnt:
Zu den erfolgreichsten und bekanntesten Kunstbahnrodlern zählt ohne Zweifel der Südtiroler Armin Zöggeler.
In seiner langen Karriere ist er zum wahren Ausnahmesportler geworden. Er ist der Einzige, der bei sechs Olympiaden sechs Medaillen gewinnen konnte:
2x Gold (2002 und 2006), 1x Silber (1998) und 3x Bronze (1994, 2010 und 2014).
Zu diesen Erfolgen kommen noch sechs WM-Titel (2011, 2005, 2003, 2001, 1999, 1995), dazu noch bei FIL-Weltmeisterschaften 3x Silber (2009, 2007, 2000) und 1x Bronze (2012).
Nach dem Abschluss seiner sportlichen Karriere, wurde er zum Rennsportleiter des italienischen Rodelverbandes.

 

Naturbahnrodeln: Resultate und Champions